Muss ein Grafiker zeichnen können?

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Arbeitet man als Grafikdesigner, ist es sehr gut, wenn man zeichnen kann.

Warum? Zum einen ist es immer hilfreich, schon im Vorgespräch mit einem Kunden zu zeichen, was einem bereits vorschwebt. Nach dem ersten Gespräch hat vom Kunden bereits viele Informationen aufgesogen und kann mit einer Skizze oft schon vermitteln, dass man verstanden hat, was benötigt wird und lädt damit den Kunden auch ein „aktiv mit zu gestalten“. Bereits in dieser Phase startet eine sehr gute Verbindung mit dem Auftraggeber, es entsteht anhand der Idee des Kunden ein Dialog zwischen ihm und dem Grafiker.

PRO: Im Gestaltungsprozess ist das Zeichnen von Vorteil.

Ja, als Grafiker sizt man die meiste Zeit vor seinem Computer und erstellt Logos, Folder, Plakate, Websiten, alles rein elektronisch.

Doch wenn man sich seinem Neuen Projekt widmet, sich neu auf ein Thema einlässt, ist es ein reizender Weg, erst einmal ein wenig zu „krizzeln“. Entwürfe auf Papier zu bekommen, gibt dem Beruf als Grafikdesigner noch etwas handwerkliches und ursprüngliches, letztendlich verbindet einen der skizzierte Entwurf. Ich habe es immer wieder erlebt, dass man die ersten Skizzen so frei und ohne Druck macht, dass es auch auch diese sind, die der Kunde ausgearbeitet am besten findet.

Etwas romatisch ausgedrückt, der Entwurf weckt das Logo zum Leben.

Gezeichnetes und Gemaltes haben einfach einen anderen Charme.

Jeder freihändige Strich, jede mit dem Pinsel gezogene Linie ist „lebendig“, gerade das Freispielen von absoluter Präzession, verleiht einem gezeichneten oder gemalten Bild, einen sehr persönlichen Charakter, es versprüht einen eigenen Charme.

Wenn man etwas freihändig Gemaltes ansieht, fällt im Kopf die Grenze zum Realitätsanspruch.

CONTRA: Ein Gafiker muss nicht zeichnen können.

Auch wenn man es genau nimmt und das Wort Grafik übersetzt – künstlerische Zeichen- und Vervielfältigungstechniken – so zeigen viele Aspekte des Berufs Grafiker, dass es nicht notwendig ist.

Unter anderem kann man heute so viele Grafiken und Bilder zukaufen, es gibt rießige Bilddatenbanken, die variationsreiches und niveauvolles Material liefern. Auch hat man als Grafiker immer die entstehenden Kosten vor Augen, denn viele Stunden des Skizzierens oder des Aquarell Zeichnens können gar nicht verrechnet werden. Also ist es auch eine Frage des Pragmatismus.

Es kommt auf den Auftrag an.

Wie man als Grafiker nun vorgeht kommt auf das Briefing des Kunde, dem Nutzen für ein Logo und letztendlich natürlich auch auf das Budget an.

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Marie-Luise Bolius
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